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Gleich zu anfang sei gesagt: Wer mit Rittertum und ähnlich altertümlichen Dingen etwas anfangen kann ist hier gut aufgehoben. Wer allerdings (wie unser eins) ein Horroradventure ähnlich "Phantasmagoria" erwartet, wird (zumindest für die ersten 3 Fünftel) schwer enttäuscht. Obwohl das Ganze recht solide beginnt wird "Gabriel Knight 2" spätestens dann tödlich langweilig wenn man sich beim zweiten Tag befindet und der Personenwechsel statt findet (man steuert täglich abwechselnd die Personen, dazu später noch mehr). Denn die Szenen mit der Person namens Grace Nakimura dienen nur dazu um mittelalterliche Dinge zu erforschen die sich im Laufe des Spiels mit dem Mord, an dessen Tatort Gabriel aktiv ist, zusammen verknüpfen. Leider passiert den kompletten Tag an, an denen man die gute Frau steuert rein gar nichts. Zu vergleichen ist das ganze mit einer gepflegt langweiligen Geschichtsstunde, da die Dialoge recht schwerfällig sind. Am Ende von Tag bzw. Kapitel 3, wo man wieder Gabriel steuert, taucht dann tatsächlich einmal endlich eine spannende Szene auf, nur um dann auf Tag 4 zu wechseln wo es nun sehr öde wird: Man muß sich zum Weiterkommen eine komplette Museumstour geben, in der mehrere Gegenstände angesehen werden müssen. Zu jedem Gegenstand gibt es im Hintergrund gesprochene Informationen. Diese Sequenz wird arg zur Geduldsprobe. Richtig spannend los geht es leider erst in der Mitte des fünften Kapitels, also schon fast Richtung Ende des Spiels. Wie gesagt: Wer mit mittelalterlicher Geschichte etwas anfangen kann wird bestimmt Gefallen an dem Spiel finden. Wer jedoch denkt ein Horroradventure ähnlich Phantasmagoria präsentiert zu bekommen, wird etwas enttäuscht sein. Unser eins langweilte sich nach dem ersten Kapitel des öfteren trotz Durchspielens mit Komplettlösung. Hier wären zwischendrin etwas Action oder ein paar spannende Einlagen in egal welcher Form angebracht gewesen.
SPIELTIEFE:
Die deutsche Lokalisierung steckt in einer Zwickmühle. In der Originalfassung muß sich Gabriel in Bayern mit der deutschen Sprache herumschlagen. In der deutschen Lokalisierung wurde das so gelöst, das alle einen starken bayrischen Akzent haben und Gabriel nur reines Hochdeutsch verstehen kann. Dies klappt leider nicht immer. Ein von ihm aufgenommenes Gespräch führt er zum Beispiel seinem Anwalt vor der ihm das normal deutsch Gesprochene nochmal in deutsch "übersetzt". Eine Fernsehstation übersetzt Gabriels Hochdeutsch für das Fernsehen in akzentstarkem Bayrisch. Klar, das man dies nicht leicht lösen konnte, dennoch kommen derartige Szenen merkwürdig rüber. Ansonsten ist die Synchro jedoch gut geworden. Die Sprecherbesetzung geht klar. Gelegentlich sind Soundeffekte und auch Gesprochenes nicht ganz synchron. Die Stimmen änderten sich zudem sonderbarerweise auch bei einigen, wenigen Sätzen plötzlich kurzzeitig. Bei einem Brief, der aus dem "Off" vorgelesen wird, war die Stimme von Gabriel sogar durchgehend anders.